Veränderungen der sexuellen Aktivität bei Frauen nach Adipositas-Operation, 2013

Adipositas ist mit Beeinträchtigung der sexuellen Funktionen und Veränderungen der reproduktiven Hormone bei Frauen assoziiert. Bisher haben nur wenige Studien Veränderungen der sexuellen Aktivität bei Frauen nach Adipositas-Operation untersucht. Eine aktuelle Studie (1) in der Fachzeitschrift JAMA Surgery widmete sich genau dieser Fragestellung.

In der prospektive Studie waren 106 stark übergewichtige Frauen (mittlerer BMI 44.5), die sich zwischen 2006 bis 2012 einer bariatrischen Operation unterzogen hatten, involviert. 85 erhielten Roux-en-Y-Magenbypass, 21 laparoskopisch anpassbaren Magenband. Sexuelle Funktionen wurden anhand von "Female Sexual Function Index" erhoben.

Hormone wurden im Blut vorher und nachher bestimmt. Des Weiteren Beziehungen per Fragebögen erfasst. Die Frauen hatten postoperativ nach 1 Jahr im Mittel 32,7 % und nach 2 Jahren 33.5 % Ihres ursprünglichen Körpergewichtes verloren.

Sie berichteten postoperativ in den folgenden 2 Jahren eine signifikante Besserung der sexuellen Funktionen: Verlangen, Lubrikation (zunahme des vaginalen Sekretes bei sexueller Erregung) und Befriedigung. Des Weiteren hatte sich der Hormonhaushalt verändert. Weiterhin kam es zu einer Verbesserung in vielen Bereichen des Lebens: Lebensqualität, Körpergefühl, positivere Gefühlslage. Diese Veränderungen hielten auch während des zweiten postoperativen Jahres.

Fazit: Adipositas-Operationen können bei stark übergewichtigen Frauen zu signifikanten Verbesserungen der sexuellen Funktionen und Aktivitäten, sowie des psychosozialen Status führen. Verbesserung der sexuellen Gesundheit sollte zu den weiteren Gesundheits-Vorteilen der Adipositaschirurgie gerechnet werden.

1-Sarwer DB et al: Changes in Sexual Functioning and Sex Hormone Levels in Women Following Bariatric Surgery.JAMA Surg. 2013 Nov 4. doi:10.1001/jamasurg.2013.5022