Clostridium difficile bei HIV-Patienten: Ist niedriger CD4/CD8-Zellzahl ein Risikofaktor? 2013

Frei#  Clostridium-difficile-Infektion ist eine der häufigsten Ursachen für Diarrhoe bei HIV-Patienten. Eine aktuelle US-Studie (1) untersuchte Risikofaktoren, Inzidenz und klinische Präsentation der C. difficile-Infektion bei HIV-Patienten.

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 154 Patienten mit CDI, und fanden folgende Risikofaktoren:

-Niedrige CD4-Zellzahl,

-hohe Virusload,

-fehlende antiretrovirale Therapie,

-kurz vorher Antibiotika-Therapie (insbesondere mit Clindamycin, Fluoroquinolone und Makrolide),

-Magensäure-Hemmer (in der Regel Protonenpumpenhemmer // Medknowledge-Anmerkung: Magensäure ist normalerweise ein Schutz gegen Keime),

-immunsuppressive Medikamente

Insbesondere CD4 < 50 Zellen/ mm3 war ein signifikanter Risikofaktor für CDI. Der Inzidenz betrug 8.3 Fälle/1000 Patientenjahre.

Fazit: Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass das Inzidenz der CDI bei HIV-Patienten doppelt so hoch wie bisher angenommen ist. Die Daten zeigen, dass Immunschwäche (definiert durch CD4 < 50Zellen/mm) ist ein Risikofaktor für Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) ist.

Medknowledge-Anmerkung: Die Immunschwäche als Risikofaktor für CDI müsste an sich auch für Nicht-HIV-Patienten gelten, z.B. Patienten unter Hochdosis-Kortisontherapie, oder unter Chemotherapie.

1-Haines CF et al. Clostridium difficile in a HIV-infected cohort: Incidence, risk factors, and clinical outcomes. AIDS 2013 Nov 13; 27:2799

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