Risiko für ambulante Pneumonie und Osteoporose vor und nach PPI-Verschreibung, 2017

Frühere Beobachtungsstudien hatten gezeigt, dass Anwendung der Protonen-Pumpen-Inhibitoren (PPI) möglicherweise das Risiko für Pneumonie steigern könnte (2). PPIs blockieren im Magen die Salzsäure-Bildung, die eine natürliche Blockierung gegen Keime bildet. Ein erhöhtes Infektionsrisiko könnte theoretisch daraus resultieren. Eine aktuelle Studie in „BMJ" untersuchte anhand des ambulanten Patientenregisters (UK Clinical Practice Research Datalink 1990 to 2013) in England das Risiko für ambulante Pneumonie vor und nach PPI-Verschreibung.

Die Ergebnisse von 160.000 Patienten, die neu PPIs verschrieben bekamen, wurden analysiert.

Die grobe Analyse ergab ein deutlich erhöhtes Pneumonie-Risiko nach PPI-Anwendung (um 67%). Daten in Verbindung mit Selbst-Analyse von 48.000 Patienten mit ambulanter Pneumonie ergaben jedoch, dass das Risiko für ambulante Pneumonie war in den letzten 30 Tagen vor PPI-Einnahme fast um das Zweifache geringer als in den letzten 30 Tagen nach PPI-Einnahme.

Fazit: Es gibt keine Assoziation zwischen PPI-Einnahme und dem Risiko für ambulante Pneumonie.

Medknowledge-Anmerkung: Die unterschiedliche Ergebnisse von früheren Beobachtungsstudien beruhen möglicherweise darauf, dass die das Pneumonie-Risiko wie hier in der vorliegenden Studie fast vollständig auf die Komorbiditäten der Patienten zurückzuführen war, welche in der Auswertung nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Eine weitere Studie (3) in "American Journal of Gastroenterology" im November 2016 zeigte, dass PPIs auch nicht mit Veränderungen in der Knochendichte assoziiert sind, und somit das Risiko für Knochenfrakturen nicht erhöhen. Auch diese Kausalität stand in Raum.

1- Othman et al. Community acquired pneumonia incidence before and after proton pump inhibitor prescription: Population based study. BMJ 2016;355:i5813

2-PPI-Einsatz und Risiko für ambulante Pneumonien, 2007

3- Targownik et al. Long-term proton pump inhibitor use is not associated with changes in bone strength and structure. Am J Gastroenterol. 2016 Nov 15.

 

 

 

 

 

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