Dupilumab bei schwerem therapierefraktären Asthma mit Eosinophilie, 2016

Frei# Randomisierte 2b-Studie in "Lancet": Effektivität und Sicherheit von Dupilumab bei Erwachsenen mit unkontrolliertem persistierendem Asthma trotz der Einnahme mittel- bis hochdosierter inhalativer Corticoide plus langwirksamen ß-2 Agonosten.

Dupilumab ist ein humaner monoklonaler anti-interleukin-4 Rezeptor ? Antikörper, welcher die Signalkaskade von Interleukin-4 und -13 hemmt, welche Schlüsselfunktionen in der Typ-2 vermittelten Entzündungsreaktion einnehmen. Erwachsenen mit unkontrolliertem persistierendem Asthma trotz der Einnahme mittel- bis hochdosierter inhalativer Corticoide plus langwirksamen ß-2 Agonisten benötigen ergänzende Therapiemöglichkeiten. Forscher untersuchten nun die Effektivität und Sicherheit von Dupilumab als „add-on"-Therapie bei dieser Patientengruppe, unabhängig von der basalen Eosinophilenzahl.

Diese Studie wurde als Phase IIb-Schlüsselstudie doppelt-blind, placebokontrolliert, randomisiert, mit parallelen Gruppen an 174 Studienzentren in 16 Ländern durchgeführt. Die Erwachsenen (?18 Jahre) litten seit mindestens 12 Monaten an Asthma, gemäß der Leitlinien der „Global Initiative for Asthma 2009". Sie erhielten mittel- bis hochdosierte inhalative Corticoide plus langwirksame ß-2 Agonisten. Die Patienten wurden gleichmäßig, randomisiert auf die Gruppen verteilt (1:1:1:1:1) und erhielten demnach Dupilumab 200mg oder 300mg aller 2 Wochen oder aller 4 Wochen oder Placebo über einen Zeitraum von 24 Wochen. Der primäre Endpunkt stellte die Änderung der forcierten Einsekundenkapazität (FEV1 in l) vom Ausgangswert innerhalb von 12 Wochen dar. Die Patienten mit einem Ausgangswert von mindestens 300 Eosinophilen /µl im Blutbild wurden in die intention-to-treat Population aufgenommen. Das Outcome hinsichtlich Sicherheit der Anwendung wurde für alle Patienten bewertet, die zumindest einen Teil der Medikamentendosis im Rahmen der Studie erhielten.

769 Patienten (158 In der Placebogruppe und 611 in der Gruppe mit Dupilumab) erhielten mindestens einmal die Studienmedikation. In der Subgruppe mit einem Ausgangswert von mehr als 300 Eosinophilen /ml im Blutbild wurde die größte Änderung der FEV1 in der Gruppe mit 2-wöchentlicher Gabe von 300mg bzw. 200mg Dupilumab nach 12 Wochen festgestellt (300mg: p=0,0063; mittlere Änderung 0,39l, mittlere Differenz 0,21l; 200mg: p=0,0008; mittlere Änderung: 0,43l, mittlere Differenz 0,26) im Vergleich zu Placebo (mittlere Änderung: 0,18l). Ähnlich Signifikante Anstiege wurden in der Gesamtpopulation beobachtet, sowie in der Subgruppe mit weniger als 300 Eosinophilen pro µl im Blutbild als Ausgangswert (Gesamtpopulation: 200 mg aller 2 Wochen, p<0,0001; 300 mg aller 2 Wochen, p<0,0001; <300 Eosinophile pro ?l: 200 mg aller 2 Wochen, p=0,0034; 300 mg aller 2 Wochen, p=0,0086). Diese Unterschiede waren auch bis Woche 24 sichtbar.

Die Verabreichung von Dupilumab aller 2 Wochen zeigte auch die größte Reduktion der Exazerbationsraten pro Jahr in der Gesamtpopulation (70-70,5%), in der Gruppe mit mehr bzw. weniger als 300 Eosinophilen pro µl im Blutbild als Ausgangswert (71,2-80,7%, bzw. 59,9-67,6%).

Die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen im Vergleich mit Placebo zeigten sich nach Gabe von Dupilumab in Form von Infekten der oberen Atemwege (33-41% vs. 35%) und lokaler Hautreaktion an der Injektionsstelle (13-26% vs. 13%).

Fazit: Die Gabe von Dupilumab war in dieser Untersuchung mit einer Verbesserung der Lungenfunktion und Reduktion schwerer Exazerbationen bei Patienten mit unkontrolliertem persistierendem Asthma verbunden. Dieser Zusammenhang war unabhängig von Anzahl Eosinophiler pro µl im Blutbild zum Ausgangszeitpunkt der Studie.

Dupilumab zeichnete sich in dieser Untersuchung des weiteren durch ein günstiges Risikoprofil aus und könnte daher begleitend zu inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen ß2-Agonisten die Therapieerfolge bei Patienten mit unkontrolliertem, persistierendem Asthma bronchiale verbessern.

Anmerkung: Dupilumab ist somit nach dem Anti-IgE-Antikörper Omalizumab (Xolair) eine weitere monoklonale Antikörper-Therapieoption für Asthma.

1-Wenzel S et al. Dupilumab efficacy and safety in adults with uncontrolled persistent asthma despite use of medium-to-high-dose inhaled corticosteroids plus a long-acting ?2 agonist: A randomised double-blind placebo-controlled pivotal phase 2b dose-ranging trial. Lancet 2016 Apr 26

2-Therapierefraktäres Asthma: Antikörper verhindert Anfälle  

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