Depression nach Schlaganfall: Risikofaktoren und Mortalität: 2016

Frei#  Aktuelle Studie in „JAMA Psychiatry" (1): Die Autoren werteten in Dänemark die Daten von 157.243 Patienten, die zwischen 2001 und 2011 zum ersten Mal wegen akutem Schlaganfall hospitalisiert waren. Eine Referenz gruppe aus 160.236 Patienten ohne Schlaganfall bildete die Kontrollgruppe.

Patienten mit Zustand nach Schlaganfall litten in den nächsten 2 Jahren häufiger an Depressionen als die Patienten in der Kontrollgruppe (25.4% vs. 7.8%). Das Risiko war vor allem in den ersten 3 Monaten um das 9-Fache erhöht.

Risikofaktoren für Depression waren in beiden Gruppen ähnlich: älteres Alter, weibliches Geschlecht, allein sein, geringer Ausbildungs-Status, Diabetes, multiple somatische Begleitkrankheiten, Depression-Vorgeschichte, und Schwere des Schlaganfalls.

Fazit: Depression ist bei Patienten mit Schlaganfall vor allem im ersten Jahr häufig. Insbesondere sind Patienten mit Depression-Vorgeschichte und schwerem Schlaganfall gefährdet.

Medknowledge-Anmerkung: Welche Schlussfolgerungen kann man aus den Ergebnissen ziehen? Patienten nach einem Schlaganfall sollten vor allem in den ersten Monaten für eine Depression gescreent und ggf. niedrigschwellig (z.B. mit SSRI oder/und Psychotherapie) behandelt werden.

1-Jørgensen et al. Incidence of depression after stroke, and associated risk factors and mortality outcomes, in a large cohort of Danish patients. JAMA Psychiatry. 2016 Sep 7

 

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