Langzeit: Ist Romosozumab zur Osteoporose-Therapei bei postmenopausalen Frauen effektiv? 2016

Frei#  In einer früheren Studie hatte Romosozumab zur Therapie der  Osteoporose bei postmenopausalen Frauen besser als das Bisphosponat Alendronat (Fosamax) und das Parathormon-Fragment Teriparatid (Forsteo) abgeschnitten. 2014 hatten wir eine Studie über die 1-Jahres-Wirksamkeit und -Sicherheit von Romosozumab vorgestellt (1). Inzwischen ist im Oktober 2016 in „NEJM“ eine weitere aktuelle Studie über die Langzeit-Wirksamkeit von Romosozumab publiziert, die wir nach der 2014-Studie in Kurzform vorstellen (2).

2014-Studie (1)

Das Protein Sclerostin wird von Osteozyten gebildet und hemmt die Osteoblastenaktivität. Der monoklonale Antikörper Romosozumab blockiert Sclerostin und steigert so die Knochenbildung.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Romosozumab wurden über 12 Monate in einer internationalen, multizentrischen Phase-II-Studie untersucht. Die randomisierte Studie wurde placebokontrolliert mit 8 Studiengruppen im Paralleldesign durchgeführt. In die Studie eingeschlossen wurden 419 Frauen in der Postmenopause, mit einem Alter von 55-85 Jahren und niedriger Knochendichte (T-Score kleiner -2,0 an Lendenwirbeln, Gesamthüfte oder Oberschenkelhals; T-Score mindestens -3,5 an jeder der drei Stellen).

Die Teilnehmer wurden randomisiert den Gruppen zugeteilt und erhielten entweder subkutan Romosozumab monatlich (70 mg, 140 mg oder 210 mg), subkutan Romosozumab alle 3 Monate (140 mg oder 210 mg), subkutan Placebo oder eine aktive Vergleichssubstanz als Open Label wie Alendronat oral (wöchentlich 70 mg) oder Teriparatid subkutan (täglich 20 ?g). Als primärer Endpunkt wurde die prozentuale Veränderung der Knochendichte an den Lendenwirbeln nach 12 Monaten im Vergleich zu Studienbeginn bestimmt. Sekundärer Endpunkt waren die prozentualen Veränderungen der Knochendichte an anderen Stellen sowie Marker des Knochen-Turnover.

Alle Dosierungen von Romosozumab waren mit einem signifikanten Anstieg der Knochendichte an den Lendenwirbeln assoziiert. Dabei zeigte sich ein Anstieg von 11,3 % in der Gruppe mit 120 mg monatlich Romosozumab im Vergleich zu einem Absinken von 0,1 % bei Placebo und einem Anstieg von 4,1 % unter Alendronat beziehungsweise 7,1 % unter Teriparatid. Die Romosozumab-Gabe steigerte auch deutlich die Knochendichte in der Gesamthüfte und dem Oberschenkelhals, bei einem transitorischen Anstieg von Markern der Knochenbildung und anhaltendem Rückgang von Markern der Knochenresorption. Abgesehen von leichten, in der Regel nicht wiederkehrenden Reaktionen an der Injektionsstelle von Romosozumab, fanden sich in allen Gruppen vergleichbare Nebenwirkungen.

FAZIT: Bei Frauen in der Postmenopause mit geringer Knochenmasse steigerte Romosozumab die Knochendichte und Knochenbildung und verringerte die Knochenresorption.

Nachtrag 2016-Studie

In die Studie waren 7180 postmenopausalen Frauen mit Osteoporose involviert, die für monatliches Romosozumab s.c. oder Placebo randomisiert waren. Nach einem Jahr wurde Romosozumab in Denosumab für ein weiteres Jahr gewechselt. Die gesamte Beobachtungszeit betrug 2 Jahre.

Die Ergebnisse ergaben, dass das Romosozumab mit seiner anabolischen Wirkung auf die Knochen das Frakturrisiko bei postmenopausalen Frauen deutlich reduzierte. Das relative Risiko für vertebrale Frakturen wurde in dem ersten Jahr gegenüber dem Plazebo um 73% gesenkt.

1-McClung MR et al. Romosozumab in postmenopausal women with low bone mineral density. N Engl J Med 2014 Jan 1;

2-Cosman et al. Romosozumab treatment in postmenopausal women with osteoporosis. NEJM September 18, 2016

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