Fortgeschrittener Melanom: Therapie mit dem PD-1-Rezeptor-Antikörper Lambrolizumab, 14.07.2013

frei#  Die Rate der anhaltenden Tumorrückbildung und die eher mässige Nebenwirkungen machen Lambrolizumab eine vielversprechende Therapie-Option bei Patienten mit fortgeschrittenem Tumor (Medknowledge-Anmerkung: Im Abstract steht "Fortgeschrittener Melanom", damit ist wahrscheinlich Melanom mit Metastasen gemeint.).

Hintergrund: Der programmierte Zelltod Rezeptortyp 1 (Englisch: programmed cell death 1;PD-1) ist ein negativer Regulator des durch T-Zellen vermittelten Mechanismus, Immunantworten gegen Krebs zu limitieren. In der vorliegenden Studie wurde daher der Antikörper Lambrolizumab (humanisierter monoklonaler Antikörper gegen PD-1, früher bekannt als MK-3475) bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom getestet. Lambrolizumab bindet den PD-1-Rezeptor, und soll durch die dadurch ausgelöste Immunantwort den Zelltod der Tumorzellen beschleunigen.

Lambrolizumab wurde intravenös wurde mit einer 10 mg/Kg-Körpergewicht Dosis entweder alle 2 oder 3 Wochen, bzw. 20mg/Kg-Körpergewicht alle 3 Wochen bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom verabreicht. Diese Dosiskohorten beinhalteten sowohl Patienten mit als auch ohne vorheriger Behandlung mit dem Immun Checkpoint Inhibitor Ipilimumab.

Das Ansprechen des Tumors wurde im 12 Wochen Rhythmus beurteilt. 135 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom wurden während ihrer Lambrolizumab Behandlung in der vorliegenden Studie beobachtet. Allgemeine Nebenwirkungen waren Müdigkeit, Hautrötung, Hautjucken, und Diarrhö, wobei der Ausprägungsgrad dieser Nebenwirkungen in den meisten fällen gering war.

Die bestätigte Ansprechrate betrug über alle Kohorten hinweg 38% (95%iges Konfidenzintervall (KI) 25-44%), wobei das höchste Tumoransprechen mit 52% in der Gruppe mit einer zweiwöchigen 10mg/Kg-Körpergewicht Dosis lag (95%iges- KI 38-66%).

Die Ansprechensrate unterschied sich nicht signifikant zwischen Patienten mit bzw. ohne Vorbehandlung mit Ipilimumab (38% vs. 37%; 95%iges KI 23-55 bzw. 26-49). Das Ansprechen des Tumors hielt bei der Mehrzahl der Patienten an (medianes Follow-up Intervall von 11 Monaten). 81% der Patienten mit signifikanter Tumorrückbildung (42 von 52 Patienten) erhielten auch noch zum Auswertungszeitpunkt der Studie (März 2013) Lambrolizumab. Insgesamt betrug die mediane progressionsfreie Überlebenszeit unter den 135 Patienten über 7 Monate.

Fazit: Bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom resultierte eine Lambrolizumab in einer hohen und anhaltenden Rate der Tumorrückbildung, wobei die vorliegenden Nebenwirkungen hauptsächlich Toxizitätsgrad 1 und 2 entsprachen. Dieser Effekt war unabhängig von einer Ipilimumab Vorbehandlung.

1-Hamid O et al. Safety and tumor responses with lambrolizumab (Anti–PD-1) in melanoma. N Engl J Med 2013 Jun 2

2- Hersteller Merck: Merck Announces Presentation of Interim Data from Study Evaluating Lambrolizumab, an Investigational Anti-PD-1 Antibody, in Patients with Advanced Melanoma at ASCO 2013

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