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Interleukin-2 zur Therapie starker Immunreaktionen, 2012
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Zwei aktuelle Studien
(1,2) haben gezeigt, dass Interleukin-2 über eine Induktion der
regulatorischen T-Zellen (Treg) überschießende Immunreaktionen im
Rahmen der Graft-versus-Host-Disease nach Transplantationen oder
durch Hepatitis-C induzierte Vaskulitis hemmen kann. |
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Interleukin-2 und regulatorische
T-Zellen bei Graft-versus-Host-Disease
HINTERGRUND: Eine Fehlfunktion der
regulatorischen T-Zellen (Treg) wurde bereits in verschiedenen
entzündlichen Erkrankungen entdeckt, darunter auch die chronische
Graft-versus-Host-Disease (GVHD). Interleukin-2 spielt für
Treg-Zellen eine wichtige Rolle in Bezug auf Wachstum, Überleben und
Aktivität der Zellen. Die Autoren stellten die Hypothese auf, dass
eine niedrig dosierte Gabe von Interleukin-2 die Funktion von
Treg-Zellen in vivo verbessern und dadurch klinische Manifestationen
einer chronischen GVHD verringern könnte.
METHODEN: In dieser beobachtenden
Kohortenstudie erhielten Patienten mit einer chronischen GVHD, die
auf eine Glucocorticoidtherapie nicht ansprachen, täglich
niedrig-dosiertes Interleukin-2 subkutan (0,3 x 106, 1 x 106 oder 3
x 106 IU pro Quadratmeter Körperoberfläche) über acht Wochen. Die
Endpunkte waren die Sicherheit der Substanz und das klinische und
immunologische Ansprechen. Nach einer Unterbrechung für vier Wochen
konnten die Patienten, die auf die Behandlung angesprochen hatten,
Interleukin-2 für eine längere Zeit erhalten.
ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 29
Patienten in die Studie aufgenommen. Bei keinem der Patienten kam es
zu einer Progression der chronischen GVHD oder zu einem
Wiederauftreten einer hämatologischen Krebserkrankung. Die maximale
tolerierte Dosis von Interleukin-2 betrug 1x106 IU pro Quadratmeter
Körperoberfläche. Die höchste Dosierung führte zu einer nicht
akzeptablen Schwächung der Patienten. Von den 23 Patienten, die auf
ein Ansprechen hin untersucht wurden hatten 12 gute
Ansprechergebnisse an verschiedenen Manifestationspunkten einer GVHD.
Die Zahl der CD4+ Treg-Zellen war generell bei allen Patienten
erhöht, mit einem medianen Spitzenwert nach vier Wochen, der im
Vergleich zum Ausgangswert mehr als achtfach erhöht war (P<0,001)
ohne die konventionellen T-Zellen (Tcon) zu beeinflussen. Das
Treg:Tcon-Verhältnis erhöhte sich median mehr als fünffach im
Vergleich zum Ausgangswert (P<0,001). Die Treg-Zellzahl und das
Treg:Tcon-Verhältnis blieben auch nach acht Wochen erhöht (P<0,001
für beide Vergleiche mit den jeweiligen Ausgangswerten) und sanken
dann ab, wenn die Patienten nicht weiterhin Interleukin-2 erhielten.
Die erhöhte Anzahl an Treg-Zellen exprimierte den
Transkriptionsfaktor Forkhead Box P3 (FOXP3) und konnte die
autologen Tcon-Zellen inhibieren. Das immunologische und klinische
Ansprechen blieb bei Patienten, die Interleukin-2 anschließend für
eine längere Zeit erhielten, weiter bestehen, wodurch die
Glucocorticoiddosis im Durchschnitt auf 60% reduziert werden konnte
(Bereich von 25 bis 100%).
SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die tägliche,
niedrig-dosierte Gabe von Interleukin-2 konnte bei Patienten mit
aktiver chronischer Graft-versus-Host-Disease (GVHD), welche durch
Glucocorticoidtherapie nicht mehr kontrolliert werden konnte, sicher
durchgeführt werden. Die Gabe war assoziiert mit einer nachhaltigen
Expansion der regulatorischen T-Zellen in vivo und einer
Verbesserung der Manifestationen einer chronischen GVHD bei vielen
der Patienten. |
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John Koreth et al: Interleukin-2 and Regulatory T Cells in
Graft-versus-Host Disease. N Engl J Med 2011; 365:2055-2066
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David Saadoun: Regulatory T-Cell Responses to Low-Dose
Interleukin-2 in HCV-Induced Vasculitis. N Engl J Med 2011;
365:2067-2077
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Schlüsselwörter:
Interleukin-2, Therapie, starke Immunreaktionen,
Nulojix, Immunsuppressiva, Nierentransplantation, kortison, chemotherapie,
immuntherapie, Niere, transplantation, überschießende Immunreaktion,
Graft-versus-Host-Disease, krankheit, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
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